Mit dem Awarenessteam (DECT 113) wollen wir eine Anlaufstelle für Menschen bieten, um Erlebtes zu verarbeiten, Konflikte zu lösen und insbesondere auch für Minderheiten eine sicherere und angenehmere Atmosphäre zu schaffen.

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Über uns

Auf dem 36c3 werden tausende Menschen zusammenkommen. Diese haben allesamt verschiedene Bedürfnisse und sind in ihrem Handeln, Fühlen und Denken unterschiedlich und einmalig.

Rücksichtsvolles Verhalten untereinander und das Respektieren persönlicher Grenzen sollten selbstverständlich sein, doch auch auf dem 36c3 kann es zu Situationen kommen, in denen Menschen durch Worte oder Taten herabgewürdigt oder diskriminiert werden. Sexismus, Rassismus, Homo- und Transfeindlichkeit, Ableismus und andere Diskriminierungsformen sind auch dann nicht okay, wenn sie unbeabsichtigt geschehen.

Daher wird es – wie bereits in der Vergangenheit – auch dieses Mal auf dem 36c3 als Ergänzung zu und in enger Zusammenarbeit mit der CCC Security (DECT 110) und mit dem medizinischen und feuertechnischen Notfallteam CERT (DECT 112) das Awarenessteam (DECT 113) geben.

All denjenigen, die mit dem Begriff „Awareness“ nichts anfangen können oder nur eine vage Vorstellung damit haben, möchten wir unsere Arbeit im Folgenden kurz vorstellen:

„To be aware“ ist Englisch für „aufmerksam / bewusst sein“. Awarenessarbeit bedeutet, Leute zu sensibilisieren, auf sich selbst und andere zu achten - insbesondere auch auf jene, die in ihrem Erscheinen oder Handeln von den vorherrschenden Normen eines sozialen Umfelds abweichen. Damit soll die Gefahr des Überschreitens von persönlichen Grenzen (bis hin zu Gewalt) verringert werden.

Ein wichtiger Anteil von Awareness ist die Anerkennung der Definitionsmacht: Ob ihre eigenen Grenzen überschritten wurden, entscheidet immer ausschließlich die betroffene Person. Das machen wir, weil sonst oft die Mehrheitsgesellschaft entscheidet, wer wann diskriminiert wird und wer nicht. Einen Gegenpol dazu zu schaffen hilft, dass auch Menschen wahrgenommen werden, die sonst keine Stimme haben.

Für uns bedeutet das: Wir unterstützen Betroffene einerseits, erlebte Situationen selbst zu verarbeiten. Andererseits kommunizieren wir auf Wunsch mit den Personen, von denen Diskriminierungen und grenzüberschreitendes Verhalten ausgingen. Dabei ist das Ziel die benannte Awareness: Verständnis und Bewusstsein dafür erzeugen, wie und warum das eigene Verhalten die Grenzen einer anderen Person verletzt hat, selbst wenn es völlig unbeabsichtigt geschah. Wir moralisieren dabei nicht: wir treten dem übergriffigen Verhalten entgegen, nicht dem Menschen. Es geht explizit nicht um Schuld oder darum, jemanden als „Täter“ abzuurteilen, sondern um Verantwortung für zukünftiges Handeln.

Das Awarenessteam steht euch insbesondere zur Seite, wenn:

  • ihr euch belästigt oder diskriminiert fühlt
  • eure persönlichen Grenzen missachtet wurden
  • ihr (akute oder strukturelle) Diskriminierung von anderen Teilnehmenden wahrnehmt
  • ihr euch unwohl fühlt und eine Person zum Reden braucht

Wir wollen für euch da sein, also wendet euch bei Problemen gerne an uns. Wir fragen euch in der Regel zuerst, was passiert ist und ob ihr bereits eine konkrete Idee habt, was wir für euch tun können. Je nachdem, was ihr wünscht, können wir zum Beispiel:

  • bei Konfliktsituationen auf dem 36c3 zu euch kommen und vermitteln (Mediation)
  • euch einen ruhigen Raum bieten, in den ihr euch erst einmal zurückziehen und das Erlebte verarbeiten könnt
  • eure Freund*innen und Bekannten kontaktieren
  • versuchen, eine belastende Situation (soweit möglich) zu klären (bspw. auch, indem wir grenzüberschreitenden Personen darzulegen versuchen, wieso ihr Handeln grenzüberschreitend war)
  • gemeinsam mit euch versuchen herauszufinden, was euch am besten helfen könnte

Es ist in Ordnung, wenn ihr über etwas nicht reden wollt oder könnt. Jede Reaktion, ob Trauer, Wut, Verzweiflung, Sprachlosigkeit, ... ist okay. Ob wir mit einer Person, die eine eurer Grenzen überschritten hat, sprechen sollen, entscheidet immer ihr selbst - wir werden euch das niemals aufzwingen.

Disclaimer: Das Awarenessteam besteht aus Menschen, die für Awareness sensibilisiert sind und euch beistehen wollen, so gut sie können. Bitte seht uns nach, falls wir euch einmal nicht in dem Ausmaß Unterstützung geben können, wie ihr es euch wünscht. Wir weisen explizit darauf hin, dass wir keine therapeutische Ausbildung haben.

Das Awarenessteam wird während dem 36c3 (spätestens ab Tag 0, dem 26. Dez, 12 Uhr) rund um die Uhr via DECT (113) erreichbar sein. Vor und während des 36c3 könnt ihr uns per E-Mail unter team@c3awareness.de oder auf Twitter (bitte per DM, wegen der Vertraulichkeit) unter @c3awareness erreichen.

Beachtet bitte: vor Ort kann auf Anrufe am schnellsten reagiert werden.

Auf einen wunderbaren 36c3!
Passt auf euch und aufeinander auf, und tut wat, damit es für alle funktioniert!
Euer 36c3-Awarenessteam

Mitmachen

Das Awarenessteam besteht aus aktiven Mitgliedern, die ein festes Team bilden.

Wir bereiten uns übers Jahr auf den Kongress vor und haben interne Weiterbildungen. Diese dienen auch der Gruppenbildung.

Auf dem Kongress selbst gibt es tägliche Teammeetings. Üblicherweise übernimmt jedes Mitglied täglich eine Schicht von ca. vier Stunden, zu zweit oder zu dritt. Regelmäßiger Austausch und Reflexion während der Arbeit ist uns wichtig.

Was wir uns daher auch von Neulingen wünschen:

  • Psychische und physische Stabilität und Belastbarkeit
  • Selbsterfahrung und -reflexion (Du kennst Deine Grenzen)
  • Offenheit und die Fähigkeit zuzuhören
  • Einfühlungsvermögen
  • Team- und Konfliktfähigkeit
  • Selbstorganisation und Zuverlässigkeit.

Wenn Du Interesse hast, uns mit Deinen Fähigkeiten zu bereichern, dann schreibe eine Mail an team@c3awareness.de.

Erzähle uns etwas über Dich, Deine Erfahrungen mit Awareness und Deine Motivation bei uns mitzumachen.

Wir freuen uns, von Dir zu lesen.